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Stand: 01/2022

A Sandkasten

Zu einem attraktiven Außengelände gehört ein Sandspielbereich. Kaum ein anderer Bereich regt in dem Maße die Fantasie der Kinder an und bietet so viele Variationsmöglichkeiten.

Ein Teil des Sandspielbereichs kann auch als Matschecke mit Wasserentnahmestelle z. B. in Form einer Schwengelpumpe ausgebildet sein.

Folgende Faktoren müssen bei der Errichtung eines Sandspielbereiches berücksichtigt werden:

  • Der Sandspielbereich muss teils sonnig und teils schattig sowie windgeschützt sein. Er darf nicht im Vollschatten von Gebäuden liegen, damit der Sand z. B. nach einem Regenschauer zügig trocknen kann.
  • Überschüssiges Wasser muss zur Verhinderung von Staunässe und Fäulnis abgeführt werden können, z. B. durch eine geeignete Drainage.
  • Die Anlage eines Sandspielbereichs direkt unter Bäumen ist nicht zu empfehlen, um Verunreinigungen durch Laub, Äste und Früchte zu vermeiden.
  • Der Sandspielbereich muss mit einem ausreichenden Sonnenschutz ausgerüstet sein.
  • Als Einfassung des Sandkastens geeignet sind z. B. niedrige Holzelemente aus dauerhaften Kernhölzern oder druckimprägnierten Hölzern sowie Betonsteine mit gerundeten Kanten.
  • Einfassungselemente müssen ohne Zwischenräume ausgeführt sein, um beim Begehen Fußfangstellen zu verhindern und den Sand im Kasten zu halten.
  • Für Sandkästen eignet sich Spielsand (Buddelsand) mit mindestens einem Drittel bindigen Bestandteilen und Korngrößen ≤ 2 mm.
  • Wasserentnahmestellen müssen Trinkwasserqualität aufweisen. Aus hygienischen Gründen hat es sich bewährt, wenn das Trinkwasser von oben in die Matschstelle eingeleitet wird. Bei Abweichungen von der Trinkwasserqualität ist das zuständige Gesundheitsamt einzuschalten.
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Um die Gesundheitsgefahren für Kinder beim Spiel mit Sand zu minimieren, ist es erforderlich, die Sandspielfläche zu pflegen. Dazu eignen sich insbesondere folgende Maßnahmen:

  • regelmäßige Sichtprüfung des Sandkastens mit erforderlichenfalls mechanischer Reinigung des Spielsandes: Entfernung organischen (z. B. Blätter, Tierkot) und anorganischen Materials (z. B. Glasscherben, Abfälle)
  • regelmäßige Lockerung, Durchlüftung (Umgraben, Sieben, Durchrechen) und Trocknung zur Verbesserung der Sandqualität bei gleichzeitiger Verschlechterung der Lebensbedingungen für mögliche Krankheitserreger
  • bei regelmäßigen Verunreinigungen z. B. durch Tierkot: Abdeckung des Sandspielbereiches mit Netz oder Plane
  • regelmäßiger Sandaustausch nach dem Grad der Verunreinigung. Als Orientierung kann ein Zeitraum von 1 bis 3 Jahren dienen. Hierbei wird eine allgemeine regelmäßige Sichtkontrolle und regelmäßige Entfernung von groben Verunreinigungen vorausgesetzt.
  • mindestens einmal jährlicher Sandaustausch bei hoher Schadstoffbelastung, z. B. an verkehrsreichen Standorten, da sich hier Schwermetalle im Spielsand anreichern, die gesundheitlich relevante Werte erreichen können und mechanisch nicht zu entfernen sind.
  • frisch eingebrachter Sand muss schadstoffarm sein.
    Als Orientierung sind die Werte für Metalle aus dem Runderlass des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein Westfalen „Vorsorgender Gesundheitsschutz für Kinder auf Kinderspielflächen“ zu beachten.
    Auf diese Werte nimmt auch die Fachempfehlung zur Spielsandhygiene des Landes Nordrhein-Westfalen Bezug.
    Der Lieferant für den Spielsand sollte verpflichtet werden, diesen Nachweis zu erbringen.