Bau- und Raumakustik

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01 | Informationen

Um in Kindertageseinrichtungen Lärm effektiv und nachhaltig zu reduzieren, ist eine Kombination aus bau- und raumakustischen, organisatorischen sowie pädagogischen Maßnahmen erforderlich. Alle Maßnahmen müssen auf die jeweiligen Gegebenheiten der Kindertageseinrichtung abgestimmt werden, da erst ihr Zusammenwirken zu einem verträglichen Belastungsniveau führt.

Die Raumakustik wird maßgeblich durch die Schallabsorption der Raum­flächen beeinflusst. Hierzu wird die Nachhallzeit als Kriterium herangezogen. Die Nachhallzeit gilt als die Zeitspanne, in der der Schalldruckpegel in einem Raum nach Beendigung der Schallfeldanregung um 60 dB abfällt.

Zur Planung raumakustischer Maßnahmen gibt die DIN 18041 "Hörsamkeit in Räumen" Sollwerte für Nachhallzeiten vor: Der anzustrebende, in Sekunden gemessene Sollwert der Nachhallzeit (Tsoll) bei mittleren Frequenzen kann in Abhängigkeit von der Nutzungsart für Räume in Kindertageseinrichtungen mit einem effektiven Raumvolumen (V) zwischen 30 m³ und  1000 m³ berechnet werden. Unter Zugrundelegung beispielhaft bestimmter Raummaße (Länge: 6 m, Breite: 7 m, Höhe: 3 m) wird für einen Gruppenraum in einer Kindertageseinrichtung eine Nachhallzeit von 0,5 Sekunden rechnerisch ermittelt.

Dieser Sollwert gilt für die Nutzungsart „Unterricht/Kommunikation“ im „besetzten Zustand“, bezieht also eine zusätzliche Schallabsorption durch Personen im Raum mit ein. Im „unbesetzten Zustand“ sollte die Nachhallzeit eines Raumes nicht mehr als 0,2 Sekunden über dem ermittelten Sollwert liegen.