Verglasungen

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Den Sicherheitsanforderungen ist Genüge getan, wenn folgende bruchsichere, lichtdurchlässige Werkstoffe eingesetzt werden:

Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)

Einscheiben-Sicherheitsglas ist thermisch vorgespanntes Guss-, Kristallspiegel-, Spiegelroh-, Dick- oder Fensterglas („Floatglas“), das bei mechanischer oder thermischer Zerstörung in kleine, stumpfkantige Krümel zerfällt und damit weitgehend vor Verletzungen schützt.

Verbund-Sicherheitsglas (VSG)

Verbund-Sicherheitsglas besteht aus zwei oder mehreren Glasscheiben, die durch mindestens eine organische Zwischenschicht zu einer Einheit verbunden werden. Bei mechanischer Überlastung (durch Stoß oder Schlag) bricht Verbund-Sicherheitsglas zwar an, aber die Bruchstücke haften fest an der Zwischenlage. Es entstehen also keine losen, scharfkantigen Glas­bruch­stücke; die Verletzungsgefahr ist somit weitgehend herabgesetzt.

Lichtdurchlässige Kunststoffe mit vergleichbaren Sicherheitseigenschaften

Lichtdurchlässige Kunststoffe aus Polymethylmethacrylat (z. B. Plexiglas®) oder Polycarbonat (z. B. Makrolon®) haben vergleichbare Sicherheitseigenschaften wie Sicherheitsgläser. Wegen ihrer großen elastischen Formbarkeit sind diese Kunststoffe relativ unempfindlich gegen Schlag und Stoß. Sie sind außerdem formbeständig und leicht. Die Oberflächenhärte von Kunststoffen ist allerdings geringer als die Oberflächenhärte von Glas. Die Kratzanfälligkeit von Kunststoffen ist demnach höher als die von Glas.

Verglasungen mit Splitter-Schutzfolie

Bei nicht bruchsicheren Glasflächen lässt sich die Schutzwirkung gegen Verletzungsgefahren bei Glasbruch durch das Aufkleben von Splitter-Schutzfolien erhöhen. In der Regel werden diese Splitter-Schutzfolien zur Nachrüstung von bestehenden Glasflächen eingesetzt. Die Folien erzielen ihre Schutzwirkung durch das Binden der Glassplitter bei Bruch. Bei ihrer Verwendung ist insbesondere auf ein fachgerechtes Verkleben – und zwar an der möglichen Berührungsseite – zu achten.

Bei Isoliergläsern muss die Folie möglicherweise auf beide Außenseiten geklebt werden. Die Eignung der verwendeten Splitterschutzfolie ist vom Hersteller durch ein Prüfzeugnis nach DIN EN 12600 nachzuweisen. Auch Brandschutz-Zwischenlagen können die Entstehung loser, scharfkantiger Glassplitter verhindern – hier ist ebenfalls die Eignung zur Verkehrssicherheit durch den Hersteller mit einem Prüfzeugnis nach DIN EN 12600 nachzuweisen. Bei der Verwendung von Splitterschutzfolien sind die Einbauvorgaben des Herstellers zu beachten.

Splitterschutzlack

Splitterschutzlack ist in der Regel eine transparente Beschichtung von Glasscheiben. Der Splitterschutzlack wird z. B. im Roll- oder Spritzverfahren auf die Verglasung aufgebracht. Im Fall von Glasbruch bleiben die Glassplitter an dem aufgetragenen Splitterschutzlack hängen.

Die Eignung des zu verwendenden Splitterschutzlacks nach DIN EN 12600 ist vom Hersteller nachzuweisen. Bei der Verwendung von Splitterschutzlack sind die Einbauvorgaben des Herstellers zu beachten. Beim Einsatz von Splitterschutzlack kann sich eine erschwerte Durchsicht ergeben. Herstellerangaben sind zu beachten.